Guido Heynen – Familie – Beruf – Sport und Hof

Aus der Reihe – Ausserberg und seine Bürger und Bürgerinnen:


Heynen Guido kommt bald 40. Er ist Vater von 2 Mädchen (3/5), verheiratet mit Ingrid und Sohn von Hermann und Lea. Seine Geschwister Müriel und Susan leben wie die Eltern, ebenfalls beide in Ausserberg.

Wir wollten ihm einige Fragen stellen:

Seit Jahren liest man von Dir in diversen Medien, Erfolge bei Läufen, Bergläufen, Solo und in Gruppen. Zu Fuss oder nicht unlängst, auf Skiern. Wie bringt man Beruf, Familie und einen solch zeitintensiven Sport unter einen Hut.

Ich trainiere so oft wie möglich, aber wenn, dann nicht immer das gleiche, nicht immer mit denselben Schuhen, individuell und ca. 5 mal in der Woche.

 

Und vor einem Lauf?

Gerade vor einem Lauf trainiere ich genauso wie bisher. Natürlich vor einem Marathon längere Strecken, aber in meinem Tempo und nach meinem Ermessen. Ich weiss was ich meinem Körper zumuten kann, das bringt die Erfahrung der vergangenen 10 Jahre.

 

Und die Ernährung?

Ich ernähre mich von Grund auf eher auf die Gesundheit achtend. Hier hilft auch, dass meine Frau und ich in dieser Hinsicht ähnlich leben. Wir geniessen aber auch gerne zusammen ein oder zwei Gläschen Wein und das ändere ich auch nicht vor einem Rennen. Natürlich werde ich nicht gerade ein Fondue am Tag vor einem Lauf essen, aber sonst ändert sich vor einem Lauf nichts.

Verletzungen oder schlechte Tage?

Ich darf dem Herrn danken, dass ich von Verletzungen verschont blieb in den letzten Jahren. Schlechte Tage habe auch ich, ich habe aber das Glück, dass ich mich zum Rennen hin fast immer selber motivieren kann oder mir dann mein fortgeschrittenes Alter gegenüber den meistens viel jüngeren Teilnehmer einen Schub gibt, meine Leistung zu bringen.

Macht es einen Unterschied ob man alleine oder in einer Gruppe ein Rennen bestreitet.

 

Oh ja, in der Gruppe will man keine Schwäche zeigen, was mich selber auch schon an den Rand meiner Leistung brachte. Alleine kann man besser einteilen, man kann auf den eigenen Körper reagieren oder besser schon vor einer eventuell kommenden Schwäche agieren. Ein kleines Tief kann man wegstecken. In der Gruppe ist man gefordert das herzugeben, was jeweils der Beste bietet.

 

Mit 40 immer noch an der Spitze, zumindest hier im Oberwallis. Zusammen mit einem Beruf der 42 ½ Stunden fordert, mit Piket und besonderen Vorkommnissen auch mal einen 20 Stunden Tag bringen kann. Dazu Kinder in einem fordernden Alter was die Freizeit angeht, ab und an auch am Hof des Vaters mithelfen und dann ist ja auch noch die Ehefrau. Reichen da 24 Stunden am Tag?

Mein Beruf fordert viel, bietet mir aber auch die Möglichkeit in den Pausen zu trainieren. Seit längerem bin ich, wenn ich unser Zuhause erreicht habe, voll für die Familie da. Ich trainiere selten in Ausserberg, versuche Probleme aus meiner Tätigkeit nicht mit nach Hause zu nehmen, was zugegeben nicht immer leichtfällt. Auch Ingrid, meine Frau, hat ausserhalb unseres Heimes Arbeiten zu erledigen, besucht Sitzungen und bereitet diverses für den Verein Sonnige Halden vor. Aber das ist, das, was sich Familien gönnen sollten, sobald es das Alter der Kinder zulässt, auf einen Elternteil mal zu verzichten.

Du bist gelernter Zimmermann, eigentlich ein Beruf den man nicht so schnell wechselt.

Ja das ist richtig, wären da nicht gesundheitliche Beschwerden in den Händen hinzugekommen, wäre ich wohl auch heute noch auf diesem Beruf. Aber es sollte anders kommen.

Wenn man die Ausserberger nach Guido fragt, erhält man von den älteren Bewohnern auch mal die Meldung, der Guido sei ein Lausbub gewesen, aufgeweckt und auch für den einen oder anderen Streich bereit. Man munkelt mit dem Beruf sei der Guido ernster geworden.

Das mag so wirken, aber vielmehr ist es auch das Alter, das einem besinnlicher macht. Zur Polizei ging ich mit 26 und da hat man halt seine Hörner schon etwas abgestossen.  Später kam dann der Wunsch nach einer Familie, einem Zuhause das Ingrid und ich am 11.11.2011 beziehen konnten. Dinge, die einem von Natur aus ruhiger wirken lässt. Die Verantwortung für Frau und Kinder ist nicht nur ein verbales Versprechen.

Schuhe und Training

Du hast es wohl schon erwähnt, aber dennoch die Frage: Stehe ich vor den Regalen im Bayard Sport, sehe ich Sport und Laufschuhe von 59.50 bis 430 Franken.  Für den Laien fast nicht auszumachen was für einem selber gut ist. Hast Du hier einen Favoriten.

Ich muss ehrlich sein, ich achte als letztes auf den Preis. Das mag nun hochnäsig klingen, ist aber nicht so gemeint. Selbst der günstigste Schuh kann unter Umständen der Beste- und das 300 Franken Modell gerade für dich oder mich die schlechteste Wahl sein. Tipp beim Kauf: Beide Schuhe anziehen, kurz gehen, drehen, gehen. Der Schuh muss jede Bewegung unterstützen, bequem sein, dann ist es der richtige. Gibt er neu schon zu sehr nach, rutsch oder ist einfach nicht so wie er sein sollte, lege ihn zurück. Der Spruch, der wird dann schon… ist bei Sport und Freizeitschuhen nicht zu empfehlen. Und sonst fragt beim Bayard Sport ruhig die Verkäufer, die sind genau für solche Fragen ausgebildet.

Deine nächsten Ziele oder was wäre noch ein Traum für Dich?

Wie auf meinem T-Shirt zu sehen, würde es mich freuen am Matterhorn Marathon nochmals eine richtig gute Leistung zu bringen. Nicht der erste Platz ist hier wichtig, sondern meine eigene Zeit nochmals zu unterbieten oder  meine Grenzen zu finden. Es ist einer der schönsten Läufe überhaupt und man trifft Freunde aus allen Landesteilen und aus der ganzen Welt. Der Marathon ist eine Sache die nicht nur die Beine fordert. Wer zu schnell angeht findet sich bald am Ende, wer zu langsam startet findet den Weg zum eigenen Ziel wohl nie mehr.

Im Facebook findet man bei Dir immer wieder Links zum Lauftraining mit Bayard – Sport. Jeweils am Mittwochabend sind hier bis zu 50 Läufer, von Einsteiger bis „Profi“, beisammen. Die Kommentare dazu zeigen, dass dies ein Bedürfnis ist und die Teilnehmer mehr als begeistert sind.

Ja, das ist wirklich eine feine Sache und ich kann es nur allen empfehlen, die sich diese Zeit nehmen können. Hier hat man Zeit das richtige Laufen zu erlernen, Tipps zu erhalten, vom Atmen bis hin zum eigene Grenzen kennenlernen. Schuhe und Kleidung kann hier am eigenen Leib getestet werden, bevor man sich bei einem Lauf oder Training „Blatern“ holt oder Kleidung besitzt, die den Körper nicht atmen lässt. Heute würde ich sagen, dass die richtige Kleidung, die richtigen Schuhe viel zur Leistung beitragen die ein Läufer erreichen kann. Gespräche über Ernährung oder Fitness sind an solchen Abenden auch immer wieder ein Thema. Rundum eine gute Sache.

Guido, wir danken Dir für Deine Zeit und Deine Informationen und wünschen Dir auch in den weiteren Jahren die Erfolge die Du Dir selber als Ziel setzten wirst.

 

 

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