Blindenwerkstatt in Brig unter Beschuss

Erste Quelle Blick Artikel:  Hexenjagd oder Tatsachenbericht?

Indirekt wird der SBSW GmbH (Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenwerkstatt) in Brig, Betrug oder zumindest Arglist vorgeworfen.

Hier sei erwähnt, dass zu allem folgenden eine Stellungsnahme der SBSW >>> vorliegt, die Aussagen im Blick werden hier zum Teil als „bewusste Falschaussage“ erklärt. Auch über den ehemaligen Mitarbeiter (namentlich erwähnt mit A. Ritler), der mit grossem Selbstverschulden (Verlust der Fahrerlaubnis) entlassen wurde >>> liegt eine Stellungsnahme vor.  Schlussendlich wird bestätigt, dass im Augenblick keine Blinden in Brig arbeiten und es richtig ist, dass nicht alle Artikel aus Brig oder anderen schweizerischen Blindenwerkstätten kommen. Dies sei im Prospekt deutlich ausgewiesen. 

Doch zum Vorwurf vom Blick bzw. Herrn Flavio Razzino

Es würden keine Blinden, sondern „lediglich“ Menschen mit einer Sehbehinderung (es reiche wenn man eine Brille trage) hier arbeiten. Die angepriesenen Produkte kämen zum Grossteil aus Deutschland und Österreich. Direkt lautet der Vorwurf „Man werbe mit Blinden“ ohne solche zu beschäftigen. Die Bilder auf der Homepage seien zudem meist nicht aus Brig, sondern aus anderen Betrieben. Die Chefs der „Firma“ seien Deutsche, sie werden erwähnt mit Manfred B.* und zwei seiner Brüder. 20% beteiligt sei die Regionalgruppe Wallis (RGW) des Schweizerischen Blindenbund.

Und tatsächlich wer den letzten SHAB Auszug bei Moneyhouse einsieht (öffentlich), merkt dass hier ein kleines Familienunternehmen aus Deutschland die Fäden zieht.

Auf der Homepage wird man informiert, dass man Blinde und Sehbehinderte beschäftigt. Es wird auf die Herstellung von Besen und Bürsten hingewiesen, am Schluss der Seite wird ein E. Lochmatter als „zuständig“ für die Regionalgruppe Wallis angegeben. Suggeriert wird mehrmals auf dieser Seite, dass eine Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Blindenbund vorherrsche.

Schweizerischer Blindenbund
Regionalgruppe Wallis
Ernst Lochmatter
Ejiuwäg 1, 3942 Niedergesteln
Telefon 027 934 20 73
E-Mail: ernst.lochmatter@gmail.com
www.blind.ch

Im aktuellen Katalog wird darauf hingewiesen, dass es sich um „Blindenware“ handelt. Aber was ist „Blindenware„?  

Da nur die Artikel die mit 1,2,3,4,5,6,7 beginnen wirklich solche Ware ist, lässt erkennen, dass sehr viele Artikel eben nicht „Blindenware“ sind. Aber es wird auch darauf hingewiesen und dies nicht versteckt im hintersten Teil, sondern auf fast jeder Doppelseite.

Link zum Katalog: >>>   

 

Im Katalog wird man also darauf hingewiesen. Blick wirft aber der SBSW vor, mit sehr aggressivem Telefonmarketing genau solche Angaben zu verschweigen. Ob die Vertreter darauf hinweisen, dürfe hinterfragt werden. Ich selber habe Kerzen und Handtücher gekauft und war wirklich der Meinung, dass diese in Brig bestickt bzw. gefertigt werden und sehe mich etwas „getäuscht“. Mit meinen Einkäufen, mit sehr hohen Preisen, glaubte ich etwas für den SCHWEIZER Blindenbund bzw. der Sektion Wallis und die blinden Menschen im Wallis beizutragen. Ich war mir nicht bewusst, dass ich hier einer deutschen Firma zum Gewinn verhelfe. Auch dachte ich, dass Kanton und Bund hier etwas kontrollieren. Ich war mir aber zu jeder Zeit bewusst, dass Blinde und Sehbenhinderte hier arbeiten. Menschen die an anderen Orten eventuelle keine Anstellung finden und sich hier verwirklichen können. Dies war mir die paar Franken mehr, sicherlich Wert.  

Anscheinend wurde aber auch einer Aufforderungen des Schw. Blindenbund nicht nachgegangen. So schreibt Blick

 

Dieser Aufforderung sei man auch 3 Jahre danach nicht nachgekommen. 

Die DWE (Dienststelle für Wirtschaftsentwicklung Wallis) die im Wallis einen sehr guten Ruf besitzt kommt ebenfalls nicht gut weg. So finden wir auf der Homepage der SBSW folgenden Absatz:

Blick aber stellt fest, dass seit 12 Jahren keine Prüfung oder anderweitiger Kontakt statt fand, ausser einer E-Mail für eine Arbeitsbewilligung. Der Blick will weiter wissen 

Auf Facebook reagiert man dann „Sprachlos“ gegenüber der Anschuldigungen die man hier zurückweist.

Eine weitere Stellungsnahme veröffentlicht rro am Mittwoch (5.9). Diese irritiert mich als Kunde noch mehr. Hier wird erwähnt, dass international ??? alle Behindertenwerkstätten Produkte verkaufen die sie selber nicht herstellen (also auch vom Ausland?). Weiter wurde bestätigt das im Augenblick keine Blinden beschäftigt werden. Man habe dem Reporte sämtliche Türen geöffnet, weil man nichts zu verbergen habe.  Damit wirft  Ernst Lochmatter, Mitglied des Vorstandes der Regionalgruppe Wallis des Schweizerischen Blindenbundes, allen Werkstätten vor, dass diese zum Teil nicht selber produzierte Ware verkaufen. Dass dem nicht so ist, kann man indes bei vielen Organisationen nachlesen. Meiner Meinung nach (und das ist ausschliesslich meine Meinung), ein trauriger Teil in der  Stellungsnahme.

Fazit: Ich werde den Vertreter sicher begrüssen wenn er das nächste Mal kommt, abkaufen werde ich wohl nichts mehr. Einen faden Nachgeschmack ergibt sich aber aus dem Wissen, dass ich wohl keinem Prospekt, keinem Flyer mehr trauen werde, wenn es um Hilfe für behinderte oder notdürftige Menschen geht. Waren es unlängst die Spenden für DrittWeltLänder wo schlussendlich nur noch 15 % des gespendeten Geldes ankommt, Spenden an Tierschutzorganisationen wo nichts mehr dort ankommt wie beschrieben, so ist dies nun ein weiteres Indiz, dass ich nur noch Organisationen unterstütze die selber Vorort agieren und die ich kenne.

Am Donnerstag 6.9.2018 wird nun ein Tag der offenen Tür angeboten. Informationen sind wohl dringend nötig: Edit 8.9.2018 Der Tag der offenen Tür sowie die Informationen zum werken der SBSW ist Vergangenheit. Blick wurde nicht müde der Leitung vorzuwerfen, man habe exakt für diesen Tag einen Blinden herbeigerufen und nur für diesen Tag die Korbflechterin an den Tisch gestellt. Der Blinde Mann teilt Blick anscheinend mit „Ich bin nur heute hier, weiss aber nicht warum und würde am liebsten wieder heim“. Auch die Korbflechterin habe gestanden, dass sie sonst hier keine Arbeit habe. Man teilte den Interessierten aber auch mit, dass gerade Korbwaren in den letzten Jahren das Interesse bei den Kunden verloren habe. 

 


Quellennachweis: Auszüge von der Online-Ausgabe Blick.ch vom 3. und 4. September 2018. Screen von Moneyhouse.ch im öffentlichen Teil.

Informativ:

  • Franz Billig, selber Blind, gründete in Deutschland 1933 einen eigenen Betrieb: Ziel war Blinde helfen Blinden
  • Der zweite Weltkrieg unterbrach dessen wirken, welches aber mit grossem Arrangement nach dem Krieg weiter geführt wurde.
  • Er gründete die Blindenwerkstätten Schlich GMBH mit Verkaufsgebiet Deutschland (BRD)
  • Franz Billig verstarb 1963 und übergab seinem Sohn, einem gelernten Bürstenmacher und Kaufmann
  • Dieser gründet 1984 die Eifeler Blinden Weberei GMBH
  • 1991 wurde die Berliner Blindenwerkstatt Frohe Zukunft übernommen und als GMBH weitergeführt
  • 1997 wurde die Blindenwerkstatt Kornwestheim (Deko,Kerzen und Korbwaren) übernommen
  • 2002 ging man nach Österreich und übernahm die Behindertenwerkstatt ÖBER
  • 2005 Die Wiener Blindenwerkstätte
  • und auch die Schweiz erhält 2005 in Brig ihre SBSW GMBH
  • Allen diesen Firmen steht die AAB GMBH zur Seite
  • Man sieht sich neu als europäische Selbsthilfe-Organisation
  • Dazwischen besann man sich des Telemarketing, welches teilweise als sehr aggressiv und unfreundlich bezeichnet wird.
  • Neu bewirbt man im Flyer eine Zusammenarbeit mit der IV und dem RAV, letzteres ist klar, da offene Stellen neu dem RAV gemeldet werden müssen.
https://www.blindenwerkstatt.ch/images/downloads/SBSW-Image-Flyer_de.pdf

 

Ein wirklich Blinder hilft sich selbst >>>

Der in Eggerberg ansässige Verein für Blinde Menschen wurde 2008 aufgelöst. >>>

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