Mai 2018/ Edit Mai 2019
Unscheinbar und oft als Jakobskreuzkraut verwechselt, verbreitet sich das hochgiftige schmalblättrige Greiskraut aus.
Wir möchten hier keine Panik verbreiten, aber es zeigt sich, dass sich selbst auf den Höhen von Ausserberg (900 bis 1200 Meter über Meer) und wegen der milden Wintern, das schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) immer wohler fühlt auf unseren Wiesen.
(Quelle >>>)
Wer über Bauern und Gärtner lacht, die mühsam dieses Kraut entfernen, sollte sich besser informieren um nicht selbst zum Unwissenden und Opfer zu werden. Sogar Bauern lachen darüber und meinen, dass Kraut sei schon immer da gewesen und verwechseln das einheimische Jakobskreuzkraut mit dem aus Südafrika eingeschlepptem hochgiftigen schmalblättrigen Greiskraut.
Jungbauern lernen seit 2014 in ihrer Lehre, wie mit diesem Kraut umzugehen ist.
EDIT: Mai 2019 // Die Bauern werden informiert und auch die Tageszeitungen berichten: Beispiel Luzerner Nachrichten.
In der Südostschweiz geht man mit dem Zivildienst gegen das Kraut vor.
Seit 2012/2017: Die Pflanzen müssen im regulären Abfall entsorgt oder verbrannt werden und dürfen unter keinen Umständen privat kompostiert werden.
Die Verbreitungskarte (2018) zeigt einen starken Rückgang (Punkte) seit 2010 in vielen Regionen, jedoch in unserer Umgebung (Visp-Raron/Randa-Täsch) eine weitere grosse Verbreitung (Rechteck). Rund um Siders/Sitten gilt sie als Plage.
Im Flachland wo sich das Kraut 2002 bis 2010 wie die Pest ausbereitete, ging man in den letzten Jahren mit Gift gegen dieses vor. Den Erfolg kann man oben einsehen. Bis vor wenigen Jahren waren die Samen noch im Saatgut für die Grünstreifen beim Strassenbau.
Das Kraut das sich mit bis zu 2000 Samen pro Stengel noch schlimmer verbreitet als der Löwenzahn, hat den Vorteil, dass es von Weidetieren wie Kühe, Schafe, Ziegen wegen des Geruchs und des bitteren Geschmacks gemieden wird, jedoch den Nachteil, dass es getrocknet im Heu von den selben Tieren verzehrt wird.
Dabei kann das Kraut in den bei uns immer wärmeren Tagen im Frühling, Giftstoffe entwickeln, die auch getrocknet im Heu erhalten bleiben und bei den Tieren zu schweren Leberschäden führen kann. Im giftigsten Stadium (Mai/Juni) wird es dann mit dem Heu eingebracht.
Symptome bei Schafen, Pferden und Ziegen (selten Kühe):
Magen-Darmbeschwerden und schwere Leberschäden, Appetitlosigkeit, Krämpfen, Gehstörungen, Verwerfungen und Totgeburten.
«Eine Behandlung der Tiere bei akuter oder chronischer Vergiftung ist meist aussichtlos. Die Erkrankung selbst ist bei den Tieren mit grossen Schmerzen verbunden.»
Bienen tragen den Nektar (Mai/Juni/Juli) in die Stöcke wodurch er in die Nahrungskette der Menschen gelangt. Seit 2010 weisen Ärzte und Fachzeitschriften darauf hin, dass über Milch, Honig etc. dieses toxische Gift der Gruppe Pyrrolizidin-Alkaloide vom Menschen aufgenommen wird.
In Deutschland wo das Kraut noch mehr verbreitet ist, müssen Imker das Kraut entfernen bzw. ihre Stöcke umplatzieren, oder müssen ihren Honig vernichten.
Unscheinbar hier anzutreffen das gemeine Jakobskreuzkraut
Eine Wiese auf Erb noch ohne Jakobskreuzkraut
Kühe und Rinder können relativ viel dieses Krautes im Heu vertragen, Pferde schon nur noch die Hälfte, Schafen und Ziegen kann das schleichende Gift aber schon in geringen Mengen schaden, mit der Muttermilch können durch die Leber, Krebs verursachende Stoffe an die Lämmer weitergeben werden.
In der Landwirtschafts-Rundschau vom Mai 2017 (2019 bestätigt), werden sogar die zunehmenden Totgeburten bei Schafen diesem Kraut zugewiesen. Alpakas und Kaninchen sollten keine solche Pflanzen in der Nahrungskette haben.
Es ist nicht die Menge die die Tier zu sich nehmen, viel schlimmer ist die wiederholte Aufnahme über längere Zeiträume wie dies in den Wintermonaten der Fall ist. So sind bereits geringere Mengen auf Dauer gesundheitsschädlich und gefährden das Leben des ungeborenen.
Das gemeine Jakobskreuzkraut das etwas weniger giftig eingestuft wird, sieht man meist auf verlassenen Höfen, am Wegesrand und auch an den Hauptstrassen und Bahntrasse. Finden die Samen aber zwischen den Gräsern genügend Platz und warme Frühlingstage vor, entwickeln sie sich prächtig inmitten der Wiesen wo sie genau zur «Heuete» im Mai/Juni am gefährlichsten sind.
Informativ:
Vergiftungen auch beim Menschen >>>
Gefährliches Kraut via Honig, Milch und Blüten >>>
Weidetiere schützen >>>
Bienen meiden das Kraut solange … >>>










