Ausserberg – Gemeinsames Mittagessen ade

Der Gemeinderat von Ausserberg zeigt einmal mehr Stärke, leider aber vergebens.

Ab Dezember 2018, bzw. mit dem Fahrplanwechsel, verkürzt das OS-Zentrum Visp die Mittagspause um 30 Minuten (neu 11:30 bis 13:30). Sie passt sich so dem Zeitplan der Grundschule an.

Damit reicht es rund 50 Schülern und Schülerinnen nicht mehr, über Mittag nach Hause zu gelangen um hier das Mittagessen mit der Familie einzunehmen. Die Ausserberger trifft es hier genauso wie einige andere umliegende Gemeinden.

https://www.vispschulen.ch/

Die von uns angesprochenen 2 Familien bedauern dies sehr und sind ihrerseits froh, dass ihre beiden Kids eh das letzte Schuljahr absolvieren. Beide finden es mehr als schade, können dies die OS-Schüler in Zukunft nicht mehr wahrnehmen. Mit 12 bis 16 Jahren sei gerade das gemeinsame Mittagessen eine Zeit in der man mit den Kindern in der heutigen Smartphone-Welt noch in Ruhe sprechen kann. Ebenso kann man noch auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen, sei dies beim Essen selber oder bei Problemen.

Die Leitung der OS weist darauf hin, dass dieser Entscheid nun nach langem Abwägen getroffen wurde und man sich so den anderen Lehrplänen anpasse. Die Gemeinden  Ausserberg, Baltschieder, Bürchen und Lalden hatten sich klar gegen diese neue Lösung ausgesprochen. Eggerberg,  Visperterminen und Zeneggen konnten sich für die neuen Schulzeiten 13:30 bis 15.55 entscheiden. Der Stichentscheid machte dann Visp selber, also die, die davon am wenigsten betroffen sind.

Es ist ein Entscheid gegen die Berggemeinden. Der Walliser Bote vom 25.4.2018 berichtet von Skeptikern die der Lehrerschaft vorwirft, einmal mehr nur an sich selbst zu denken um früher Feierabend zu erhalten.  Es ist klar, dass der Schulpräsident/Gemeinderat und Befürworter Thomas Antonietti  (SP) dem widerspricht. Für uns dann eher etwas lachhaft die Erklärung die er hier abgibt, das ganze sei auch im pädagogischen Interesse. Er hinterfragt hier den Schulweg von bis zu einer Stunde, vergisst dabei wohl ganz, dass gerade die Fahrt im Postauto bei den jugendlichen Menschen aus den Bergregionen eine unbezahlbare soziale Bindung schafft. Der Kontakt über Mittag unter den Kids in diesem Alter ist einer der wichtigsten Bindungen die diese Social-Medien Welt noch vorweisen kann. Nun lungern also 50 Jugendlich in der «wunderschönen» Altstadt Visp herum oder besuchen das angebotene begleitete Studium.

Wie wäre es wohl gekommen, wenn ein Christlicher und nicht ein SP’ler (eh nur knapp gewählt) hier am Ruder wäre?  Oder für mich generell die Frage, warum man des Ressort Bildung in SP Hände gibt. Letzteres ist die Meinung des Schreibers.

Nicht zu unrecht fragt man sich hier auch, ob junge Familien in Zukunft bei ihrer Wohnungssuche diesen Umstand berücksichtigen und ein Zuhause, nahe der Schulen, bevorzugen werden. Ein weiterer Stoss gegen die Berggemeinden und so auch gegen Ausserberg.

Essen können die Kinder am Mittagstisch in der nahen Berufsfachschule Oberwallis.

Dazu steht den Interessierten aus den Gemeinden Ausserberg/Bürchen/Visperterminen und Zeneggen eine von 3 bis 4 Personen (aus der Lehrerschaft) betreute Stunde zum Aufgaben machen und Lernen zur Verfügung. Begleitetes Studium wird dies hier genannt. Diese Stunde gilt aber nur für die eingeschriebenen Kids, als obligatorisch. Diesen Punkt kann man sicher positiv sehen ist aber auch mit Kosten verbunden. 11 Franken sollen die Eltern pro Mahlzeit bezahlen, der Rest werde solidarisch getragen. Aber ersetzt dies das gemeinsame Essen Zuhause? 

Zu DENKEN geben sollte allen Lesern die Aussage von Antonietti » Die Eltern habe man bei diesem Entscheid bewusst nicht miteinbeziehen wollen. Das hätte zu weit geführt«.  Na ja, betrifft diese ja auch nicht ? Dass man auf die Meinung der betroffenen Kinder und Eltern keinen Wert legt, darf man schon hinterfragen.

(C) die hier angezeigten Bilder sind in Rechten der Inhaber visp.ch und visperschulen.ch, sind öffentlich und hier nur informativ widergegeben.

 

 

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