Ausserberg – Pfarrblatt März 2018

Hattest Du Zeit, die wenigen Seiten des Pfarrblattes im März zu lesen? Jetzt in der Fastenzeit.

Pfarrer Paul Martone eröffnet es mit einigen Worten «Nur geliehen» von einem unbekannten Autor. 2 Bilder (Euros und Pusteblume) verzieren dieses Gedicht. Passend zu diesem, auch wenn es einem zu Beginn gar nicht auffällt.

Hinterfragt wird unser Streben nach Besitz, immer das neuste, beste zu haben. Ja wir kaufen Güter, die uns die heutige Welt als «Wichtig», «Unentbehrlich» erscheinen lässt.  Wir nehmen hin, dass immer weniger von unserem Franken bleibt, und wir trösten uns damit, Dinge zu kaufen die über diesem «Elend» stehen. Elend? Es geht uns doch gut?

Nichts von dem können wir am letzten Tag mit uns nehmen, mitnehmen können wir «nur» was wir im Herzen tragen und erfahren haben. Wie der Löwenzahn der zuerst ergrünt, mit viel zu vielen Samen, die ersten Sonnentage geniesst um dann, fast bescheiden in seinem gelben Kleid, den Rest des Jahres zu geniessen. Viel gemeinsames mit einem Menschenleben. Aber auch die Pusteblume braucht Wurzeln, deren Nahrung ihm der Boden der Natur schenkt. Ohne diese, ist sie verloren. 

Wir Menschen sprechen von unseren Wurzeln und meinen oft das Elternhaus, unsere Samen sind unser Kinder und/oder unser Liebe die wir verschenken und irgendwann kommen auch wir Menschen zu Ruh, wir sind wie die Blüte geworden, stiller, leiser, bedacht bereit unser Leben zu geniessen und im Wissen, das es einmal enden wird. Das Wurzeln auch der «Glaube» sein kann, vergessen wir derweil. 

So zumindest war das Leben unserer Eltern und Grosseltern.  Das Gedicht das Pfarrer Martone hier herbeizieht, zeigt dass wir eventuell gar nicht mehr wissen, was geniessen heisst. Wir verwechseln unsere Güter, den materiellen Besitz, mit Leben, wir vergeuden unsere Zeit mit so banalem wie TV-Serien die uns eine andere Welt als die unsere zeigt.  Wir setzen unsere Kinder vor den TV, iPad oder vor das Smartphone um Ruhe zu haben oder eine Arbeit zu verrichten. Lieber fahren wir stundenlang herum um irgend etwas zu suchen, was wir gerade als Dringend empfinden, aber wir finden keine Zeit mehr für uns, oder gar einen gemeinsamen Besuch in der Kirche oder unserer schönen Kapellen rund um unser Dorf. 

Von Basel kommend, dachte ich, dies sei eine Gross-Stadt Krankheit, bemerkte aber bald, dass dies auch auf dem Lande so gehandhabt wird.  Haben wir Eltern verlernt mit den Kindern zusammen zu kochen, aufzuräumen, basteln oder irgend ein Spiel zu spielen? Oder hat uns eben diese schöne Welt dazu verleitet die neuen Medien zu nutzen um selber etwas Ruhe zu finden.  Haben wir verlernt mit Freunden und Nachbar zusammen zu sitzen, zu plaudern über Gott und die Welt. Dies können anscheinend nur noch die chronischen Stammtischhocker und dies auch meist nur noch auf böse Art, die gerade nicht Anwesend zu hinterfragen oder bloss zu stellen. 

Ich denke, so ist gerade dieses Gedicht «Deine Aufmerksamkeit» wert gelesen zu werden und ich danke Pfarrer Martone für diesen Wink. Am Schluss des Blattes weisst Pfarrer Martone auch darauf hin, das eine Beichte, auch wenn Jahre nicht mehr gesprochen, oft erlösend wirken kann und ruft die Ausserberger und Ausserbergerinnen auf sich doch zu überdenken, ob man nicht etwas von seiner Zeit der christlichen Gemeinde schenken will um als Kommunionhelfer/innen zu dienen. 

 

 

 

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