Wolf in Ausserberg

18.4.2019 – Hartnäckig wird seit einigen Tagen berichtet, man habe oberhalb Ausserberg einen Wolf gesichtet. Ja, es soll sogar ein Foto geben.

Na ja, mit etwas Fantasie ist ja da einer am Himmel zu sehen.

Fast gleichzeitig verliert ein Bauer in Ausserberg ein Schaf, angefressen am Hinterteil, dem besten Stück. Ganz klar, ein Luchs, so der Bauer selber.

2 Luchse konnte man letzten Herbst auf Leiggern und oberhalb Raaft beobachten, Wanderer berichteten sogar von 2 Erwachsenen und einem Jungtier. Fotos ? Leider auch hier keine vorhanden. Die Gruppe aus Thun die mir versprochen hat die Bilder zu senden, haben dies leider «vergessen».

Die letzten 2 Wochen versuchte ich Fotos zu machen, auch mit 2 Fotofallen, leider vergebens.

Unterhalb der BLS, bei Bord, war ein Dachs wochenlang zu «sehen» und auch zu hören, bis es vor 10 Tagen nochmals 40 cm Schnee gab. Seither ist er von mir nicht mehr gesichtet worden. Auch die Höhle unter Erb ist nicht mehr bewohnt seither.

2 Füchse sind ebenfalls sehr zutraulich, und schleichen von Brandenhütten via Erb nach Bord, teilweise ohne Angst vor der BLS, auch auf den Gleisen. Nicht gerne gesehen bei Kleintierbesitzern und in Hühnerställen. Der eine ist seit 3 Jahren hier, er hinkt hinten rechts, hat aber dennoch überlebt. Das Video zeigt einen jüngeren, recht schlanken Fuchs, der Menschen sehr, sehr nahe kommt.

Wie laut diese in der Nacht «schreien» kann man hier gut hören.

Selten grosse Aspis-Vipern sind ebenfalls auf Bord gesichtet worden. Diese wurden aber nach Baltschiederbach umgesiedelt.

Das natürliche Leben in Ausserberg bringt Freude und Leid. Den Wolf will niemand haben, oder dann nicht so nah und auf Alpen. Beim Luchs weiss man nie, das wunderschöne Tier ist eigentlich sehr scheu. Die Füchse kann man lieben, aber man soll auch den Jägern danken, denn sie nehmen überhand, wenn man nicht reguliert.

Ja, und dann ist da noch der Dachs. Auf dem Weg zum Baltschiederbach, konnte man letztes Jahr einem älteren Tier viel begegnen, wenn man am Abend diesen Weg noch ging. Beängstigend kann es sein, dass er keine Angst hat, weder vor Menschen noch vor Hunden. Er geht ziemlich unbeeindruckt seinen Weg. Unterhalb Bord, Richtung Baltschieder war er diesen Winter anzutreffen (ich dachte immer die schlafen im Winter), jedoch wird dieser Weg selten von Menschen begangen und er hatte hier seine Ruhe.

Wer sich jetzt Zeit nimmt und am Morgen oder gegen Abend den kleinen Weg von Bord zur Theresia geht, erlebt Erstaunliches. Neben Eichelhäher, Elster, Kukuk und vielen Singvögeln, kann man oberhalb der Kapelle einen Uhu beobachten (nach 18:00 Uhr). Milan und Mäusebussard sind hier zu beobachten und wer Glück hat, kann das Adler-Paar aus dem Baltschiedertal kreisen sehen. Ok, es gibt auch Krähen und Dohlen.

beluga59

Ob Raaft ist es etwas herrliches dem Waldkauz zuzusehen. Bis zu 4 Tiere «spielen» hier und kämpfen um ihre Reviere. Die Schleiereule ob Leiggern konnte ich leider noch nie beobachten, aber es gibt viele «Augenzeugen».

Und dann die vielen Schmetterlinge, das Wild und die unzähligen Eidechsen. Die hohe Anzahl von Bienen, Wildbienen und auch die seltenen fast schwarzen Holzbienen.

W17 – 4/2019
W17 – 4/2019

Es ist ein Erlebnis, das ich als Grüezi-Thurgauer auch nach 3 Jahren immer noch geniesse.

Ausserberg – ein letztes kleines Paradies..

Anmerkung: Nein, ich bin kein Wolfsfreund, diese Art von Artenschutz hat nichts mit Tierschutz zu tun. Wer Tiere wirklich liebt, kann dieses «Raubtier» nicht mögen oder attestiert dem Wolf Rechte zu, die er anderen Tieren nicht einräumt. Sich als Wolfsfreund auch als Tierschützer zu bezeichnen ist dann schon eher sarkastisch. Das Märchen vom Halsbiss und schnellen Tod der Opfer hält sich, obwohl hunderte von Bilder/Filmen/Dokumentationen das Gegenteil zeigen. Der Wolf selber kann ja nichts dafür, dass er in einen Blutrausch gerät.

Und ja, es gibt Gebiete in denen der Wolf noch sein zuhause hat und dort soll er meiner Meinung nach auch bleiben.

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